MZ-Blogs

Die digitalen Tagebücher der MZ-Redakteure

Hier können Sie lesen, was die Redakteure der Mitteldeutschen Zeitung täglich umtreibt. Doch nicht nur das: Sie können auch aktiv mit ihnen diskutieren, ihnen Fragen stellen und Anregungen geben.

Lesen Sie die neuen Artikel der MZ-Blogger:
20.04.2015 in Klasse 2.0
"Un dann könnse es mit den in de Luft sprengen!!!!!"

Dies ist der Facebook-Kommentar eines Zwickauer Feuerwehrmannes zur geplanten Asyl-Unterkunft. Wenige Minuten später wurde der Kommentar gelöscht. Von wem, ist nicht nachvollziehbar. Die Polizei Zwickau ermittelt.
Rechtsextremismus. Ein Thema, welches gerade nach Tröglitz sehr aktuell ist, nie an seiner Aktualität verliert. Allein im März gab es in Mitteldeutschland mehr als 20 Übergriffe und Straftaten mit rechtsextremen Hintergrund. Es gibt kaum einen Tag, an dem in den Medien nicht darüber berichtet wird.

Dass sich nun auch Personen, die das Volk eigentlich schützen sollen, antisemitisch äußern, ist nicht nur erschreckend, sondern auch abartig. Ebenso wie die Tatsache, dass die Hemmungen sinken und es zu immer mehr Übergriffen mit rechtsextremen Hintergrund kommt.

Die Fallzahl im Bereich der politisch motivierten Kriminalität rechts ist 2012 um 4,4% gestiegen. Die Gefahr, Opfer rechter Gewalt zu werden, ist im Osten am größten. Allein 2012 kam es in Deutschland zu 842 Gewalttaten, darunter 720 Körperverletzungen und 6 versuchte Tötungsdelikte.

Aber auch die Europäische Union ist nicht so rein von Rechtsextremismus, wie man vielleicht behaupten würde: Seit 1973 gilt für alle Ausländer, die nicht aus Ländern der EU kommen, ein Arbeitsverbot. Nur für wenige Stellen, die, aufgrund des Fehlens von Bewerbern, nicht mit Arbeitskräften besetzt werden können, können befristete Ausnahmeregelungen getroffen werden. Damit werden Menschen anderer Herkunft mehr oder weniger ausgegrenzt, was im direkten Zusammenhang mit rassistischem Denken steht.

Dabei ist diese Regelung in sich widersprüchlich, denn alleine dafür, dass Wohlstand und Wirtschaftskraft in Deutschland fortbestehen können, ist die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften unerlässlich. Immerhin sind sie nicht nur Facharbeiter und arbeiten als Teil der Wirtschaft, auch ausländische Einwanderer zahlen in deutsche Rentenkassen.
Schon allein die Tatsache, dass die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten und deren Anhänger steigen, ist erschreckend und inakzeptabel. Gerade deswegen ist es erforderlich, über rechte Gewalt und Zivilcourage zu sprechen, darüber aufzuklären und vor allem nicht wegzuschauen.

 

Lukas Möbius 9b, Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen

 

Quellen: Gebrauchsanweisung “Hallo Nazi” des Anhaltischen Theaters Dessau

www.netz-gegen-nazis.de

 
Weiterlesen…